Zwischenfrage | 05.03.2010 |
Ist ein eigenbrötlerischer Zankapfel automatisch ein Störenfried?
Zwischenfrage | 05.03.2010 |
Ist ein eigenbrötlerischer Zankapfel automatisch ein Störenfried?
Sausi und Musi bis zum Erbrechen | 30.01.2010 |
Manchmal passiert das Unbegreifliche: Herr Schlönske findet ein blödes Buch toll. Statt mit Riese Rick zu trällern, hat er sich gerade in den Kleinkind-Schmöker "Mausi & Susi" verliebt. Jeden Abend maust und sust es bei uns in so klangvollen Sätzen wie: "Mausi und Susi schwitzen!", "Da hat Mausi eine Idee!", "Susi nimmt den Schlauch und füllt Wasser ein." Für die richtige Zielgruppe mag das angemessen sein, aber Herr Schlönske... ich weiß ja nicht.
Um es mir leichter zu gestalten, habe ich vor ca. 3 Wochen mit maßlosem Vorleseverhalten begonnen. Das äußert sich wie folgt: "Mausi und Susi schwitzen!" (ich wische mir mit ausholender Geste die Stirn und sinke schielend ermattet zu Boden, mir heftig Luft zu fächelnd) oder "Ohhh!!!!!" (mit entsetztem O-Mund und die Hände vor das Gesicht schlagend) oder "Das Wasser läuft aus!!!" (extrem entsetzter Gesichtsausdruck, angsterfüllt ob der ungewissen Planschbecken-Zukunft). Dummerweise habe ich mit diesem Verhalten Herr Schlönskes Mausi & Susi-Sucht unnötig angestachelt.
Seit einer Woche befinden wir uns auf einem neuen Level, denn ich kann diese Sätze nicht mehr ertragen. Die Wörter werden beim Vorlesen wahllos eingetauscht, etwa so: "Sausi & Musi schwitzen! Da hat Sausi Schmierpopel! Sie saust in die Tiefkühlbox. Musi nimmt den Schlauch und füllt Hackfleisch ein. Ooooooohhhhh!!!! Das Grungsbecken hat Geknatter!!! Sausi klebt das Loch mit Frisuren zu. Das hält! (hier: erhobene Daumen-Geste) Und jetzt ab in die Schleimbrühe!"
Natürlich muss ich mir jeden Abend andere Varianten einfallen lassen. Und ich muss nicht dazu sagen, dass Herr Schlönske sich hierbei vor Lachanfällen schüttelt. Wie lange wird die Sausi & Musi-Phase noch andauern??? Werde ich es überleben?
Ehe-Talk | 14.01.2010 |
"Zwitschert da meine Lerche, rumort das Eichhörnchen da draußen?"
So ruft der Ehemann seine Frau in "Nora, ein Puppenheim" von Henrik Ibsen.
Fragen an G.H. Irn | 11.01.2010 |
Das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt Europas! Das hat viele gute Gründe. Aber wer wusste schon, dass sich in Bochum Kinder mit ihrem Gehirn unterhalten? Die Ruhr-Universität Bochum und die International Graduate School of Neuroscience rührte das ein und veröffentlichte die phantastischen Ergebnisse in der Broschüre "Geistesblitze". Herausgekommen ist eine originelle, sprachgewandte, witzige und kenntnisreiche Lektüre, nach der man nicht nur mehr vom Gehirn versteht, sondern auch von dessen etwa 12jährigen Trägern und Trägerinnen. Wer also gern wissen möchte, warum Kinder in diesem Alter Wutanfälle bekommen, oder ihr Zimmer auch nach zehn Ermahnungen nicht aufräumen, sollte eine Konfrontation mit diesen Unterhaltungen nicht scheuen.
Die Interviews sind meist in sehr freundlichem und zuvorkommendem Ton gehalten, bis auf kritische Sonderfälle, in denen das Gehirn ausbüxt, um eine Leber zu heiraten, oder den Körper zum Rollentausch überredet. Wissenswerte Angaben:
Ein Gehirn kann auf über 200 Sprachen schweigen!
Das Gehirn wohnt in einem 1-Zimmer-Appartement und hält sich mit Joggen fit.
Die Ehefrau des Gehirns ist die Lunge, sie versorgt ihren Mann mit Sauerstoff.
Die politische Landschaft um das Gehirn herum besteht aus den Parteien WIB (Wirbelsäule) und RÜM (Rückenmark), deren Stimmen außerordentlich wichtig sind.
Wird es traurig, sendet das Gehirn Heulbefehle an Uschi und Ursula, die Augen.
So, und was mach ich heute noch mit meinem Gehirn? Ich frag einfach mal: "Hallo Gehirn!"
Gehirn: "Hallo Judith!"
Ich: "Wollen wir heute noch denken?"
Gehirn: "Nein, du bist müde."
Ich: "Also, das hätteste auch mal früher sagen können."
Schwamm drüber...
Fundstück! | 29.12.2009 |
Unser schönes Berlin wird sauberer sein,
denn wir haben den kalten Kriegern am Rhein,
ihre Menschenfalle verriegelt
und mit rotem Wachs versiegelt.
Der helle Berliner sagt: „Prima, das reinigt so dufte das Klima.“
Lied im Radio DDR am 13. 8. 1961
Neues Wort | 17.12.2009 |
Herr Schlönske hat die Welt der Begriffe verstärkt. "Du bist ein Klälä", offerierte er mir gestern. Was ist ein Klälä? Antwort: "Ein Dappn!" Aber was ist dann ein Dappn?
Mittlerweile werden beide Schöpfungen als Wortkombination genutzt: Du Klälä-Dappn. Wir haben uns alle spontan für eine positive Konnotation entschieden, im Sinne von "Du Schlawiner, du Schwerenöter..." Es ist eben nicht so einfach, mit völlig neuen Wörtern umzugehen.
Ich wünsche allen ein frohes Fest mit vielen Klälä-Dappn!
Plausch im Aldi | 15.12.2009 |
Im Aldi an der Kasse stehen zwei Jungen, ein großer und ein kleiner. Sie unterhalten sich über Musik. Sagt der Kleine: "Die Texte von dem sind voll krass, aber ich mag ihn."
Sagt der Große: "Welche Texte?"
"Na die er singt", sagt der Kleine.
Der Große: "Deutsche Texte?"
Der Kleine: "Nein, englische. Aber die Übersetzungen sind voll krass."
"Ach", antwortet der Große, "ich mag keine deutschen Texte. Ich mag lieber englische, wo ich nichts verstehe."
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Oscar hat immer Recht | 22.11.2009 |
Jeder ist heutzutage geistreich. Du kannst nirgendwohin gehen, ohne geistreiche Leute zu treffen. Das ist förmlich zu einer öffentlichen Plage geworden. Ich wünschte zum Himmel, wir hätten noch ein paar Dummköpfe übrig behalten
Oscar Wilde
aus: Mein Freund Bunbury
Denglisch für Antje und Herrn Schrödl :O) | 31.10.2009 |
Can i have an after beat?
(Kann ich einen nachschlag haben?)
me nothing - you nothing
(mir nichts - dir nichts)
He lays in the last trains.
(Er liegt in den letzten Zügen.)
my dear Mister Singing Club
(mein lieber Herr Gesangsverein)
Egg, Egg, what i see?
(Ei, ei, was sehe ich da?)
Das schönste Liebesgedicht! | 28.10.2009 |
Will an deinen leib mich fügen
ohne furcht vor meinem end'
Will mir einen frieden lügen,
der nicht auch die kriege kennt.
Will in deinen achselhöhlen
dunkel tun auf mein gesicht.
Will von mir das wissen stehlen,
dass ein wechsel ist im licht.
Will an deinen küsten landen:
lieber bitter sein als leer.
Lieber will ich an dir stranden,
als zu sinken auf dem meer.
Lass mich lange an dir leben,
wenn du mit mir leben willst.
Will dir wohl erfüllung geben,
wenn du dich in mir erfüllst.
Und nach überlangen jahren,
wenn ein grau dein haar beschlägt:
wenn wir wissen, wer wir waren,
wissen wir, was weiterträgt.
von Andreas Reimann, dem Leipziger Dichter: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Reimann
Ich bin sonst nicht so in Lyrik..., aber das hier bewegt mich.