blogage.de > Ich habs ja geahnt
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Im Schummerlicht ein wenig verblasst: eine wahrhaft formidable Legebox für Hühner, selbstgebaut aus einem Transparent mit der Aufschrift:

Den Delegierten des X. Parteitages. Für Frieden und Sozialismus Immer Bereit!

Von so viel Subversivität bei ihren Großeltern auf dem Lande weiß Nadia Budde zu berichten. Ihr Buch: "Such dir was aus, aber beeil dich! - Kindsein in 10 Kapiteln" erzählt auf ganz besondere Weise von Erinnerungen an das Kindsein in der DDR.

Besonders rührend finde ich den zärtlichen Blick auf die Bäuerinnen Ingeborg, Renate, Hertha, Gertrud und wie die Kolleginnen der Großmutter alle hießen. Alle hatten schrumplige Ellenbogen, große Brüste und dicke Fesseln. Jeden Tag schufteten sie auf dem Feld. Aber am 8. März! Ja, da verwandelten sie sich in Damen von Welt!!! Sie dufteten nach süßem Parfüm, trugen eine neue Dauerwelle und blauen Lidschatten, tranken Likör und jede bekam eine von den frauentagsüblichen Plastik-Ansteckblumen. Königinnen, wahrhaftig.

Das waren die glanzvollen Momente des Landlebens inmitten Hühnerstallausmisten, dreckigen Landfüßen mit Hornhaut und Kartoffelkäfern. Eine wundervolle Ferienzeit bei den Großeltern auf dem Land. Genauso viele aufmerksam beobachtete Details weiß Nadia Budde auch vom Kindsein in der Stadt zu berichten.

Es geht um Dinge wie ins Badewasser pinkeln, Läuse haben, nicht auf Gehwegplatten mit Sprung treten, aus der Zahnlücke Blut saugen, Puppenhaare schneiden, in Seife beißen, im Frühhort heiße Milch mit Haut trinken, Altpapier sammeln, Schorf abkratzen, Eiskunstläuferin sein wollen, vor Schmerz nicht atmen können, grüne Äpfel essen...

Es handelt sich um ein sehr sinnliches Buch mit schrägen Zeichnungen. Ganz viel fällt einem beim Lesen wieder ein, man kann  das "Früher" schmecken, riechen und fühlen. Neben den ganzen witzigen Kind-in-DDR-sein-Details findet man hier auch poetische Miniaturen und Gleichnisse:

"Zeit ist eine Busfahrt. Vorn wird gesteuert, hinten kann man aus dem Fenster schauen. Manchmal fliegt die Landschaft draußen vorbei. Manchmal glaubt man, neben dem Bus herlaufen zu können. Wenn der Fahrer den Bus anhält, muss man aussteigen."

Alle Kindheitssommer sind wie ein Sommer!

Bitte geben Sie mir eine Maiwiesenkonserve

Etwas höher gelegen aber nicht zu abschüssig

So, dass man darauf noch sitzen kann.

Ernst Jandl

Helau!!!

13.02.2010

Heute früh fand ich einen tollen Katalog in der Post: Lauter Schnäppchen. Diese Partyhüte möchte ich euch nicht vorenthalten. Es handelt sich nicht um gewöhnliche Partyhüte, denn wie unten steht: Es sind Partyhüte mit "FEINEM" Gummi. Das ist fein. Prima geradezu. Die Freude darüber steht den beiden Top-Models schier ins Gesicht geschrieben. Da muss man sich einfach mitfreuen.

1929 erschien Virginia Woolfs berühmtes Essay "Ein Zimmer für sich allein". Ein grundlegender Gedanke darin: Frauen können nur große Literatur produzieren, wenn sie 500 Pfund im Jahr bekommen und ein Zimmer für sich allein haben. Woolf beginnt ihren Essay mit einem fiktiven Spaziergang über den Campus von „Oxbridge“ (aus Cambridge und Oxford). Man hindert sie, über den Rasen zu gehen, und man gewährt ihr keinen Zugang zur Bibliothek. Was würde Virgina heute denken, wenn man ihr das neueste Notebook in die Hand drückte? Schreiben und recherchieren überall und jederzeit möglich. Freunde, egal wo sie sich befinden, immer ansprechbar für alle Nöte und Sorgen. Unglaubliche Verfügbarkeiten. Was hätte sie heute geschrieben?

 

Darf ich vorstellen, unser neues Familienmitglied: Molly! Molly stammt aus dem Tierheim und verlor ihr rechtes Auge an den Katzenschnupfen. Außerdem besitzt sie Milben und Flöhe in ausreichendem Maße. Die kleine Piratin hat uns erwählt und wir lagen ihr augenblicklich zu Füßen. Seit sie aber gestern in den Legosack gepullert hat, reden wir auch ernstere Töne miteinander. Ich habe bis spät abends 100.000 kleine Legoteile in der Badewanne gewaschen - I'm not amused!

 

Manchmal passiert das Unbegreifliche: Herr Schlönske findet ein blödes Buch toll. Statt mit Riese Rick zu trällern,  hat er sich gerade in den Kleinkind-Schmöker "Mausi & Susi" verliebt. Jeden Abend maust und sust es bei uns in so klangvollen Sätzen wie: "Mausi und Susi schwitzen!", "Da hat Mausi eine Idee!", "Susi nimmt den Schlauch und füllt Wasser ein." Für die richtige Zielgruppe mag das angemessen sein, aber Herr Schlönske... ich weiß ja nicht.

Um es mir leichter zu gestalten, habe ich vor ca. 3 Wochen mit maßlosem Vorleseverhalten begonnen. Das äußert sich wie folgt: "Mausi und Susi schwitzen!" (ich wische mir mit ausholender Geste die Stirn und sinke schielend ermattet zu Boden, mir heftig Luft zu fächelnd) oder "Ohhh!!!!!" (mit entsetztem O-Mund und die Hände vor das Gesicht schlagend) oder "Das Wasser läuft aus!!!" (extrem entsetzter Gesichtsausdruck, angsterfüllt ob der ungewissen Planschbecken-Zukunft). Dummerweise habe ich mit diesem Verhalten Herr Schlönskes Mausi & Susi-Sucht unnötig angestachelt.

Seit einer Woche befinden wir uns auf einem neuen Level, denn ich kann diese Sätze nicht mehr ertragen. Die Wörter werden beim Vorlesen wahllos eingetauscht, etwa so: "Sausi & Musi schwitzen! Da hat Sausi Schmierpopel! Sie saust in die Tiefkühlbox. Musi nimmt den Schlauch und füllt Hackfleisch ein. Ooooooohhhhh!!!! Das Grungsbecken hat Geknatter!!! Sausi klebt das Loch mit Frisuren zu. Das hält! (hier: erhobene Daumen-Geste) Und jetzt ab in die Schleimbrühe!"

Natürlich muss ich mir jeden Abend andere Varianten einfallen lassen. Und ich muss nicht dazu sagen, dass Herr Schlönske sich hierbei vor Lachanfällen schüttelt. Wie lange wird die Sausi & Musi-Phase noch andauern??? Werde ich es überleben?

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25.01.2010

Seid doch endlich mal glücklich! Wie? Das ist nicht so einfach? Nee, nee, keine Ausflüchte! Klar, wir sind umgeben von allen möglichen Mutanten wie Besserwisser, Geizhälse, Neidhammel, Schwarzmaler, Vollidioten - das färbt ab. Außerdem leben wir inmitten einer Krise. Alles ist schrecklich. Wie gut, dass es auch noch Mut-Tanten wie Heide Liebmann gibt :-) Sie hat die MutMacherMinis erfunden - kleine Büchlein im Hosentaschenformat. Die winzigen Crashkurse im Glücklichsein stecken voller Geschichten, Gleichnisse und Tipps. MuMaMinis sind praktisch, zur täglichen Anwendung gedacht und eignen sich hervorragend als kleine Geschenke für Freunde, Kollegen und Kunden. Bislang erschienen sind "Bauchlandung & Purzelbaum - Durch Fehler zum Erfolg" und "Leben auf der Sonnenseite - In 10 Schritten zum Optimisten".

Wie werde ich z.B. Optimist?

Jedenfalls nicht automatisch. Zunächst benötigt man eine Investition von ca. 15 Minuten zum Lesen des MuMaMinis zu diesem Thema. Darin ist  z.B. ein Plan enthalten, der die tägliche Niederschrift eines täglichen Drehbuches verlangt. 30 Tage lang morgens  positive Dinge aufschreiben, denn 30 Tage dauert es, bis neue synaptische Verbindungen im Gehirn aufgebaut sind. Genau diese ersten 30 Tage sind entscheidend und nach 100 Tagen hat jede Zelle des Körpers verstanden: Jetzt ist etwas anders geworden! Herzlichen Glückwunsch zur neuen Daseinsform: Optimist. Das kann man sich so richtig auf der Zunge zergehen lassen.

Ich bin überzeugt, dass die MuMaMinis funktionieren, aber zu faul zum Ausprobieren, jedenfalls im Moment. Aber vielleicht beschäftigt sich eines der nächsten MuMaMinis mit dem Thema: Wie man seine Faulheit überwindet. Das kaufe ich sofort.

Heide Liebmann ist Vordenkerin für authentisches Marketing und Positionierungs-Expertin. Mehr von ihr gibt es auf dem Marketing-Blog heide-liebmann.de/blog und unter www.MuMaMinis.de.

Liebe Heide, eine Frage habe ich noch. Es heißt, wenn man fest davon ausgeht, dass am Ende alles gut wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit dafür. Ich praktiziere aber schon seit Jahren erfolgreich diese Strategie: Ich male mir alles so schlimm aus, dass es am Ende doch besser kommt als gedacht. Da dies so gut funktioniert, kann ich mich schwer von diesem Verhaltensmuster lösen. Was soll ich tun?

 

Schon wieder ein Link - aber hier hat sich die Blogger-Gemeinde zusammen getan und will Spenden sammeln. Da innerhalb weniger Stunden so viel zusammen gekommen ist, wurde die Latte mal eben höher gehängt. Die 25.000 Euro-Marke soll geknackt werden! Hilfe für Haiti - von Bloggern:

<http://www.spreeblick.com/2010/01/15/aktion-rettungsanker-hai...;

 

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