Als Hugo genüsslich am Lutscher leckt
Mama den Zeigefinger in die Höhe reckt:
"Hugo, Hugo, den Zucker lass sein,
sonst freut sich bald das Zahnwehmännlein!"
Als Hugo sich faul vor dem Fernseher räkelt
Papa sofort in der Tür steht und mäkelt:
"Befrei dein Zimmer von Chaos und Dreck,
sonst frisst das Spielemonster dein Spielzeug weg.
Als Hugo sich mit der Carmen zankt
kommt Opa Heinrich angewankt:
"Seid artig und benehmt euch nicht wie Rinder,
sonst kommt der wilde Mann und der frisst Kinder!"
Am Abend hat Hugo die Verbote satt,
ist froh, als er die Tür hinter sich geschlossen hat.
Doch was sehen seine Augen -
Hugo kann es gar nicht glauben.
Artig aufgereiht und vom ersten Eindruck nett,
sitzen Zahnwehmännlein, Spielemonster und wilder Mann auf seinem Bett.
Die Schrecken der Kindheit sind sichtlich verdrossen,
als hätten sie ihren Job nie genossen!
Wütend spricht Zahnwehmännlein voller Groll:
"Hab vom Löcher-in-Zähne-Fressen die Schnauze voll!"
Spielemonster heult und beginnt kläglich zu krähen:
"Fremdes Spielzeug kann ich gar nicht mehr sehen!"
Und der schreckliche wilde Mann
vor Kummer kaum noch gerade sitzen kann.
Die Drei bilden ein Bild zum Gotterbarmen,
Hugo eilt und holt seine Freudin Carmen.
Etwas ratlos stehen die Beiden,
vor den finsteren Gestalten, die leiden.
"Leute", ruft Hugo, "Trinkt nene Schluck Brause,
was ihr braucht, das ist ne Pause!"
Jeder braucht ne Auszeit, zumindest ab und zu,
sonst kommt die Seele gar nicht mehr zur Ruh.
Sicher passieren ganz famose Sachen,
wenn finstere Gestalten mal was ganz anderes machen.
Hugo und Carmen führen die Drei
in eine benachbarte Zuckerbäckerei.
Zahnwehmännlein spürt das unendliche Glücksgefühl
von Schokolade auf der Zunge und Eis, ganz kühl.
Er schmeckt und leckt und es wird ihm ganz heiß:
"Es wurde Zeit, dass auch ich von diesem Aroma weiß!"
Die Tränen fließen, die Anspannung verschwindet.
Jetzt weiß er, was Schokolade und Kinder verbindet.
Hugo sagt: "Es steigert das Wohlbefinden beträchtlich,
wenn man ab und zu bei Freunden nächtigt."
Das ist der Monster-Urlaub zweiter Schritt.
Sie traben los und nehmen alle mit.
Bei Carmen im Zimmer entdeckt Spielemonster, vor Schreck ganz still
einen rieseigen Müllberg - wenn man so will.
Carmen zieht darauf ein wichtiges Gesicht:
"Du kennst wohl die Chaostheorie noch nicht?"
Von dem Baustein-, Teddy- und Autogewimmel
kriegen nur Erwachsene den Aufräumfimmel.
Aber eigentlich kann man nur drüber lachen,
denn im Leben finden sich alle Sachen.
Auf einmal gibt es ein lautes Geheul und Geschrei,
wilder Mann klatscht Spielemonster eine, oder auch zwei
"Das ist mein Stuhl, hier saß ich,
Gemeinheit und deshalb beiß ich dich!"
"Bleibt ruhig", Hugo streichelt die beiden am Kopp.
"Wir machen doch Urlaub von unserm Job."
Aus seiner Haut heraus kommen ist nicht leicht.
Nur wenn man übt, wird man Meister - vielleicht.
Ihr könnt es an euren Eltern sehen.
Wer auf Dauer verkrampft, wird unbequem.
Die Fünf einigen sich auf Ruhe und Frieden,
man beginnt das Versteckspiel innig zu lieben.
Das Zahnwehmännlein sich vor Lachen verschluckt,
weil niemand ihn findet, obwohl sein Bein hervorguckt.
Spielemonster murmelt als Erster ins Ziel.
Hugo lobt ihn, das hilft immer viel.
Carmen massiert derweil einen wilden Rücken.
Das tut den dazu gehörigen Mann entzücken.
Doch dann ist Zeit für den Abschied gekommen.
Die Freunde haben sich in den Arm genommen.
Wie immer werden jetzt die drei finsteren Gestalten
die Ordnung, das Betragen und Naschen verwalten.
Hugo und Carmen winken und sagen Adé:
"Denkt dran, ab und zu ein Urlaub, das tut nicht weh."
Zahnwehmännlein spricht, als Hugo in ein Bonbon beißt:
"Wir werden uns noch hören, nur damit du's weißt."